29 März 2014 - 19:30
Zweite Runde der Kommunalwahlen in Frankreich

Geprägt von der Schlappe für die regierenden Sozialisten in der ersten Runde findet in Frankreich heute die zweite Runde der Kommunalwahlen statt.

In 6.455 Kommunen muss nach dem ersten Wahlgang eine Stichwahl zwischen zwei oder mehr Kandidaten stattfinden.

Die rechtsextreme Front National (FN), die in der ersten Runde überraschend stark abgeschnitten hatte, ist in 328 Kommunen mit Kandidaten vertreten. Die Sozialisten könnten in mehr als hundert Kommunen mit über 10.000 Einwohnern das Bürgermeisteramt an konservative Kandidaten verlieren. Selbst in Großstädten wie Straßburg ist nicht sicher, dass der sozialistische Bürgermeister sein Amt verteidigen kann.

Die Hauptstadt Paris bleibt aber allen Prognosen zufolge sozialistisch regiert: Dort tritt Anne Hidalgo für die Sozialisten an - sie wäre im Falle eines Wahlsiegs die erste Frau an der Spitze der Stadt. Die rechtsextreme FN könnte in mehreren Städten das Rathaus übernehmen, etwa in Beziers im Süden und in Forbach in Lothringen.

Die Kommunalwahlen, die ein wichtiger und erster Stimmungstest für die regierenden Sozialisten seit dem Amtsantritt von Präsident Francois Hollande im Mai 2012 sind, waren in der ersten Runde verheerend für die Linke ausgefallen. Angesichts von Rekordarbeitslosigkeit und Wachstumsschwäche hatten sich viele Anhänger von den Sozialisten abgewandt oder waren einfach zu Hause geblieben. Die Wahlbeteiligung erreichte mit 63,55 Prozent einen historischen Tiefstand.